CALL FOR PAPERS Band 42:
unschön aber schützenswert – unpleasant but worth preserving
Nach unserem letzten Band („fragmentiert – fragmented“), der bereits einem in der Konservierung-
Restaurierung und Denkmalpflege unumgänglichen Thema gewidmet war, möchten wir nun in Band 42 der Restaurierungsblätter – Papers in Conservation ein weiteres omnipräsentes „Schattenthema“
beleuchten.
Ein ästhetisch befriedigendes, „geschlossenes Erscheinungsbild“, ein „Aufwerten“ gealterter oder beschädigter Kunst- und Kulturgüter oder auch das vielfach benannte „Lesbar-Machen“ einer verunklärten Darstellung sind oft die Begründungen bzw. das erklärte Ziel einer Konservierung-Restaurierung oder einzelner Restaurierungsmaßnahmen. Wie ist dieses ästhetische Empfinden jedoch objektiv zu bewerten, welche Maßstäbe gelten hier und wie unterscheidet sich das Schönheitsempfinden aller beteiligten Akteure? Gerade (moderne) Materialien, die nicht optisch ansprechend altern, rufen im Ausstellungskontext oder im öffentlichen Raum sehr unterschiedliche Reaktionen hervor. Welche Rolle kann oder sollte (Kunst)-Vermittlung hier spielen?
In der Vergangenheit sind bei Restaurierungen oft wesentlich stärkere Eingriffe vorgenommen worden, um dem ästhetischen Empfinden der jeweiligen Zeit zu entsprechen. Im Zusammenhang mit „Entrestaurierungen“ haben sich Restaurator_innen vielfach mit weitreichenden Überarbeitungen und Rekonstruktionen zu befassen, die aus heutiger Perspektive als nicht gelungen gelten. Wie gehen wir mit dem veränderten Schönheitsempfinden heute um? Gibt es Maßnahmen-Konzepte, die die langfristige Erhaltung der Objekte gewährleisten, aber vielleicht auch die stetigen Entwicklungen innerhalb unseres eigenen Berufsstands respektieren können?
Historisch oder politisch aufgeladene Kulturgüter, die ihrerseits auch als Zeitdokumente fungieren, konfrontieren Restaurator_innen mit ganz eigenen Problemstellungen. Oft gilt es, erst durch Recherchen und Befundungen den historischen Kontext zu erschließen und sichtbar zu machen. Wie können Lösungen aussehen, die sowohl dem historischen Zeitdokument als auch dem Objekt als Kunst- und Kulturgut gerecht werden?
Bei vielen Objektgattungen spielt die material- oder formgebundene Ästhetik eine wesentliche Rolle. Gehört die Funktionalität mechanischer, kinetischer oder leuchtender Werke und Gegenstände auch dazu? Wie sieht der Umgang mit schadhaften Objekten aus, die nicht mehr „funktionieren“ und damit nicht mehr erlebbar sind? Sicherlich kann auch die Problematik von umfangreichen Konvoluten oder Künstlernachlässen hier ein Thema sein, als eine herausfordernde Masse an bisher unbewertetem, unerforschtem, teils sogar „unschönem“ Kontext eines gesamten Œvres. Die genannten Beispiele stellen nur einige der zahlreichen möglichen Blickwinkel auf das Thema des neuen Bandes dar, und möchten gerne weitere Assoziationen und Interpretationen anregen. Wir bitten um Einreichung von Abstracts mit Ausgangslage, Fragestellung, wichtigsten Inhalten, Methoden und (zu erwartenden) Ergebnissen (200-300 Wörter) in englischer oder deutscher Sprache bis 15. August 2025, per E-Mail an redaktion@iic-austria.org. Sie erhalten Rückmeldung kurz nach der Deadline und hätten anschließend bis 30. November 2025 Zeit für die Einreichung des Artikels.
Wir freuen uns außerdem über Kurzbeiträge (max. 500 Wörter, 1 Abbildung) zu aktuellen Projekten, Forschungen oder Ausstellungen. Bitte schicken Sie den gesamten Beitrag bis 30. November 2025 ebenfalls per E-Mail an redaktion@iic-austria.org.
Weitere Informationen zur Publikation finden Sie unter www.iic-austria.org/publikationen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Vorstand
CALL FOR PAPERS Band 41:
fragmentiert – fragmented
Band 41 der Restaurierungsblätter – Papers in Conservation möchten wir einem Thema widmen, das in der Erhaltung von Kunst- und Kulturgut allgegenwärtig ist: Fast immer begegnen wir Objekten in fragmentiertem Zustand – als Relikt, das als eines von vielen Puzzleteilen infolge seiner individuellen Objektgeschichte erhalten blieb und dessen Erhaltung nun in unserer Verantwortung liegt.
Nicht zuletzt ist auch unser Wissen über Objekte, die uns aus ihrer Zeit entrückt begegnen, immer ein fragmentarisches. Überlieferungen, aus deren Wissensschatz sich die Provenienzforschung bzw. konservatorisch-restauratorische Untersuchungen und Rückschlüsse zur Entstehungsgeschichte bedienen, stellen schlussendlich nur einen weiteren Ausschnitt aus vergangenen Zeiten dar. Kulturwissenschaft, Konservierung-Restaurierung und Material-/Naturwissenschaft müssen meist synergetisch arbeiten, um eine möglichst gesamtheitliche Objektgeschichte erzählen zu können und den aktuellen Erhaltungszustand zu verstehen. Museale Ausstellungen sind selbst fast ausnahmslos als Fragmente von Sammlungsbeständen anzusehen. Sie präsentieren in der Regel Varianten/Versionen und hinterlassen Interpretationsspielräume.
Darüber hinaus beeinflusst die Form, in der uns diese Fragmente begegnen, ob als inhärenter Teil einer größeren Sammlung, als Erinnerungsstücke, Bruchteile, Fotografien (selbst wieder reine Ausschnitte/Momentaufnahmen?), in der „klassischen“ Fragmentierung von archäologischen oder mehr kontemporären Funden, viele weitere Handlungs- und Entscheidungsprozesse:
- Worauf basiert eine Entscheidung bei fragmentierter Bestandslage?
- Wie/Wo liegen die Interessen?
- Wie ist mit Fehlstellen umzugehen?
- Wie werden Bruchteile zusammengefügt? Werden sie überhaupt zusammengefügt??
- Wird eine fragmentarische Präsentation angestrebt?
- Welchen Platz nehmen Rekonstruktionen ein (digital oder am Objekt)?
Wir bitten um Einreichung von Abstracts mit Ausgangslage, Fragestellung, wichtigsten Inhalten, Methoden und (zu erwartenden) Ergebnissen (200-300 Wörter) in englischer oder deutscher Sprache bis 30. Juli 2024, per E-Mail an redaktion@iic-austria.org. Sie erhalten bis Mitte August eine Rückmeldung und hätten anschließend bis 30. Oktober 2024 Zeit für die Einreichung des Artikels.
Wir freuen uns außerdem über Kurzbeiträge (max. 500 Wörter, 1 Abbildung) zu aktuellen Projekten, Forschungen, Ausstellungen. Bitte schicken Sie den gesamten Beitrag bis 30. Oktober 2024 ebenfalls per E-Mail an redaktion@iic-austria.org.
